Auf Grund der guten Verbindungen zu den jeweiligen Vorständen und allen ihren an geschlossenen Gesellschaften konnte die Rot – Weiße – Garde schon 1959 die 3. Hauptarbeitstagung des BWK übernehmen. Nahezu 500 Delegierte aus dem weiten Westfalenland waren Gast in Bad Driburg und konnten sich von einer bestens vorbereiteten Tagung überzeugen.

Sehr schnell entwickelte sich auch ein sehr gutes Verhältnis zur Stadtverwaltung. Der alljährliche Sturm auf das Rathaus um 10:11 Uhr am Rosenmontag ist mit Sicherheit ein Höhepunkt der 5. Jahreszeit. Nach kurzem Kampf übernimmt dann Prinz Karneval mit seinem Gefolge die Herrschaft über das Rathaus und gemeinsam erleben zahlreiche Gäste aus Politik, sowie Gönner und Freunde der Bad Driburger Karnevalsgesellschaft ein Paar fröhliche Stunden während der anschließenden närrischen Ratssitzung.
Der langjährige Präsident Fritz Pötschke trat aus gesundheitlichen Gründen 1972 von seinem Amt zurück und Karl-Heinz Hengst übernahm die Führung der Rot-Weißen – Garde. Mit großem Einsatz und sehr umsichtig lenkte er die Geschichte des Vereins und vermochte es schnell, die Attraktivität des Driburger KarnevaIs weiter zu steigern. So überraschte K.H. Hengst die Karnevalsfreunde in Bad Driburg 1978 z.B. in ganz besonderer Weise. Nach jahrelanger Vormachtstellung der männlichen Narren brach man mit einer langjährigen Tradition. Seit Gründung
der Gesellschaft gab es bei den Driburger Karnevalisten zwar schon Kinderprinzenpaare, jedoch bei den Erwachsenen stets nur einen Karnevalsprinzen, ehe man im Jahre 1978 den erstaunten Gästen erstmals ein Karnevalprinzenpaar präsentierte. »Carola l« war die Glückliche, die an der Seite ihres Prinzen »Klaus II« das Narrenvolk von Bad Driburg regieren durfte. Es war eine Entscheidung, die von allen Seiten Lob und Zustimmung fand, und bis heute hat jedes Prinzenpaar dem Verein mehr Glanz und Ansehen verliehen

In launiger Rosenmontagsstimmung wurde 1969 durch den Ehrenvorsitzenden Willi Slembeck auch die Tanz- und Prinzengarde ins Leben gerufen. Helga Matthias übernahm die Leitung der Garde und ließ sie schnell durch großartig einstudierte Tänze zum Aushängeschild der ganzen Gesellschaft werden. Zahlreiche Auftritte bei befreundeten Vereinen und gute Platzierungen bei den BWK Tanzturnieren dokumentierten immer wieder die Leistungsstärke
der Tanz- und Prinzengarde. Zudem gelang es Helga Matthias stets junge Menschen auch für einen Auftritt als Tanzmariechen oder als Tanzpaar zu begeistern, so dass die Tanz- und Prinzengarde durch zahlreiche Darbietungen zum Gelingen jeder Karnevalsveranstaltung beigetragen hat.Nicht unerwähnt bleiben sollte die zwischenzeitliche Gründung eines Männerballets, das 1980 sogar den Vize-Westfalenmeistertitel erringen konnte.

Nicht unwesentlich in der Entwicklung der Rot-Weißen Garde ist auch das Jahr 1980. Der Verein zur Förderung von Spiel- und Freizeitanlagen hatte 1976 einen Kinderkarnevalsumzug auf die Beine gestellt, der sich inzwischen zu einem festen Bestandteil im karnevalistischen Treiben in Bad Driburg entwickelt hatte.

Durch den Fortgang einiger Gründungsmitglieder drohte dieser Umzug fortan ins Wasser zu fallen, so dass sich die Rot – Weiße – Garde ganz spontan entschloss, auch diese wichtige Aktivität zu übernehmen, um dem Nachwuchs und allen karnevalistisch
Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich am Karnevalsgeschehen in Bad Driburg zu beteiligen. Inzwischen hat sich dieser Karnevalsumzug, der stets am Karnevalssonntag durch Bad Driburgs Straßen zieht, zu sagenhafter Größe entwickelt. Alljährlich nehmen fast 30 Motivwagen und unzählige Fußgruppen am Umzug teil und bereiten den über 20 000 Besuchern am Straßenrand eine große Freude. Darüber hinaus war das Jahr 1980 aber für die Rot – Weiße – Garde ereignisreich, da man sich doch für die Ausrichtung der BWK Tagung verantwortlich zeigte.